Im Jahre 1908 ging ein sehnlicher Wunsch der Altertumsforscher in Erfüllung: Die Besitzerin des Areals der Glambek, Fräulein Klare Mackeprang von Gut Staberhof, gestattete die Freilegung der einzigen erhaltenen Ruine einer Giebelhaus-Burganlage im Norden. Die vermögende Dame stellte einen größeren Geldbetrag für die Ausgrabung zur Verfügung und beauftragte den Kaufmann J. A. Bundies mit der Ausführung der Arbeiten.

Die Freilegung der Burgruine Glambek auf Fehmarn

Burg Glambeck
Ausgrabungen der Burg Glambek


Als Sachverständige wurden der Provinzial-Konservator Professor Dr. Richard Haupt und der über Fehmarns Grenzen hinaus bekannte Burger Rathauserbauer, der Architekt Carl Voß, gewonnen. Letzterer war später lange wohnhaft auf der Tiefe. Noch heute zeugt das nach ihm benannte „Voß-Haus“ davon. Die Freilegung des Schloßplateaus in der genauen Ost-West-Symmetrie von 52,70 zu 35,80 Metern dauerte vom Frühjahr bis zum Herbst 1908. 7.000 Kubikmeter Boden wurden von 12 Arbeitern mithilfe einer Feldeisenbahn bewegt.

Eine Umfassungsmauer von 90 Zentimetern Stärke aus roten Feldbrandsteinen  im gotischen Verband wurde freigelegt. Außerdem stieß man auf Berge von Mönch- und Nonnenpfannen, eigene Ständer von Fachwerkbauten, verschiedene Wirtschaftsräume mit Backöfen und „Göötlöchern" in Fließrichtung zum felsengestützten Burggraben, ein Brauhaus, eine Kemenate, Fußböden mit Tonfliesen und Ziegelbelag, Felsenbrunnen und zwei massive Ecktürme.

Der Keller des zwei Meter starken „Bergfrieds" war gewölbt, und die im Mauerwerk befestigten Ketten deuteten auf ein Gefängnis hin. Das Eingangstor zeigte mit dem Wassergraben, der Zugbrücke, dem eisernen Fallgatter und den Eichenpforten eine vierfache Sicherung, eine fünfte waren die Pechrinnen über dem Tor, ganze „Klumpen" hiervon fand man bei den Ausgrabungen. Dieses Charakteristikum des nach slawischen Burgenbaus in streng rechteckiger Ost-West-Bauweise stellte eine für die damalige Zeit außerordentlich starke Festung dar, die in der Politik der nordischen Mächte bis ins 16. Jahrhundert eine entscheidende Rolle gespielt hatte.

Burg Glambek

Burg Glambek
heutiger Blick auf die Burgruine Glambek

Geschichte der Burg

Die Burgruine Glambek ist ein historisches Denkmal auf der Ostseeinsel Fehmarn in Schleswig-Holstein. Sie zeugt von der bewegten Geschichte der Region und gibt Einblick in die mittelalterliche Architektur und die strategische Bedeutung der Insel.

Die Burg Glambek wurde im 13. Jahrhundert erbaut, vermutlich um 1210. Sie diente der Sicherung der Handelswege in der Ostsee und als Verteidigungsanlage gegen mögliche Angriffe von See. Fehmarn war zu dieser Zeit ein strategisch wichtiger Knotenpunkt, da es inmitten bedeutender Handelsrouten lag. Der Name „Glambek“ ist möglicherweise slawischen Ursprungs und könnte auf die frühe Besiedlung der Insel durch slawische Stämme hinweisen. Nach der Christianisierung und der Integration Fehmarns in das Herzogtum Schleswig gewann die Region an Bedeutung, und die Errichtung der Burg spiegelte den wachsenden Einfluss des Herzogtums wider.

Die Burg bestand aus einer quadratischen Anlage mit einer Umfassungsmauer und einem Wehrturm. Sie war von einem Wassergraben umgeben, der zusätzlichen Schutz bot. Die Baumaterialien waren vor allem Ziegel und Feldsteine, die in der Region vorkamen.

Niedergang und Zerstörung der Burgruine Glambek

Bereits im 15. Jahrhundert verlor die Burg an strategischer Bedeutung. Fehmarn war im Vergleich zu anderen Ostseeinseln weniger umkämpft, und die militärische Notwendigkeit der Anlage nahm ab. Während der Schleswig-Holsteinischen Kriege im 17. Jahrhundert wurde die Burg schließlich zerstört. Ihre Steine wurden teilweise für den Bau anderer Gebäude verwendet, was damals eine übliche Praxis war.

Heute sind von der einst imposanten Anlage nur noch die Grundmauern zu sehen. Die Ruine bietet jedoch eine beeindruckende Kulisse und lässt erahnen, wie die Burg einst ausgesehen haben könnte.

Heutige Bedeutung der Burgruine Glambek

Die Burgruine Glambek ist heute ein beliebtes Ziel für Touristen und Geschichtsinteressierte. Sie liegt in der Nähe des Südstrandes von Fehmarn, einem der bekanntesten Strände der Insel. Die Ruine steht unter Denkmalschutz und wird regelmäßig gepflegt, um den Erhalt der historischen Substanz zu gewährleisten. Für Besucher gibt es vor Ort Informationstafeln, die über die Geschichte und die archäologischen Funde berichten. Die Umgebung der Ruine eignet sich zudem hervorragend für Spaziergänge, da sie in eine malerische Landschaft eingebettet ist. Von hier aus hat man auch einen guten Blick auf die Ostsee.

Burgruine Glambek, die archäologische Bedeutung

Die Ruine ist nicht nur ein historisches Denkmal, sondern auch eine bedeutende archäologische Stätte. Über die Jahre wurden hier immer wieder Ausgrabungen durchgeführt, bei denen man Überreste von Werkzeugen, Keramiken und anderen Alltagsgegenständen aus dem Mittelalter fand. Diese Funde bieten wertvolle Einblicke in das Leben der Menschen, die in und um die Burg lebten.

Fazit zur Burgruine Glambek

Die Burgruine Glambek ist ein faszinierendes Relikt aus der Vergangenheit Fehmarns. Obwohl sie heute nur noch eine Ruine ist, erzählt sie eine Geschichte von Macht, Handel und dem Wandel der Zeit. Ihr Besuch lohnt sich nicht nur wegen ihres historischen Werts, sondern auch wegen ihrer idyllischen Lage und der Verbindung zur maritimen Geschichte der Ostsee. Sie erinnert uns daran, wie eng Geschichte, Kultur und Natur miteinander verbunden sind und wie wichtig der Erhalt solcher Denkmäler für kommende Generationen ist.

Kartenansicht von Burgruine Glambek:

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Wissenswertes über Fehmarn

  • Windmühlen erinnern daran, dass das Korn der Insel früher direkt vor Ort gemahlen wurde.
  • Der Wind erreicht die Küste aus fast allen Richtungen und lässt sich je nach Spot ausnutzen.
  • Auf der überschaubaren Insel liegen viele Ausflugsziele nah beieinander.
  • Viele Strände fallen flach ins Wasser ab und sind dadurch gut für Familien geeignet.
  • Weit über die Hälfte der Inselfläche wird landwirtschaftlich genutzt.

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2024/12/04
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